St. Josefskapelle

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St. Josefskapelle

In der Hofstatt «Hartolfingen» wurde 1704 erstmals die Kapelle «S.Joseph» schriftlich erwähnt. Sie dürfte von Joh. Peter Steiger oder Joh. Caspar Gnos erbaut worden sein. Der Standort der Kapelle lag gegenüber der heutigen Kapelle auf dem sogenannten Rossmätteli. Die Stiftung der «Straumeyerpfründe» legt 1735 fest, dass der Kaplan der Kapelle jeden Mittwoch in St. Joseph eine Heilige Messe lesen müsse (was bis heute so fortgesetzt wird). Da sich die vielbesuchte Kapelle im späteren 19. Jahrhundert zu klein erwies und zudem baufällig wurde, brach man sie um 1902 zugunsten eines Neubaus ab.

Die «neue Kapelle» wurde vom damaligen Besitzer der St. Josephsmühle, Franz Huser, geplant und bis zum Jahr 1902 oberhalb der alten Kapelle fertiggestellt. Die Finanzierung erfolgte durch eine Geldsammlung. Dieser Sammlung wurde eine von Architekt Mariotti gezeichnete Ansicht beigelegt. Die Bauausführung erfolgte dann nach den Plänen von Clemens Steiner, Schwyz.

Am 9. September 1927 übernahm der Mariannhiller Missionsverein zusammen mit ihrem Anwesen auch die Kapelle samt Mobiliar und Kapellenfond. 1935 bewilligte die Urner Regierung die Anlegung eines kleinen Friedhofs. Auf diesem Friedhof wurden und werden ausschliesslich Angehörige der Mariannhiller Missionsgemeinschaft beigesetzt.

Eine erste Renovation der «neue Kapelle» erfolgte 1937 / 1938 durch P. Meinrad Bechtiger. Gut vierzig Jahre später, 1976 / 1977 erfolgte die nächste Gesamtsanierung durch den Architekten Kurt Denzler, nach den Richtlinien des Urschweizer Denkmalpflegers, Alois Hediger.

Das Äussere zeigt einen eingezogenen, dreiseitig schliessenden Chor und auf der einen Seite einen Sakristeiannex. In der Profilierung der Portaleinfassung und in der Rundbogigkeit der Fenster haben sich romanische Reminiszenzen bewahrt.

Das Innere wirkt neobarock. Die dekorative Verglasung signiert Karl Wehrli, Glasmalerei Zürich 1902. Beidseits des Chorbogens befinden sich Statuen der Heiligen Josef und Benedikt, wohl aus einer Südtiroler Werkstätte um 1920 / 1930. Im Chorbogen hängt ein Kruzifixus von 1977, das jenes von 1902 ersetzt.

An der Eingangswand befindet sich ein Gemälde, welches P. Meinrad Bechtiger zeigt, wie er kniend dem hl. Josef ein Modell der neu errichteten Mariannhillergebäulichkeiten übergibt.

Seit der Übernahme der Kapelle durch die Mariannhiller 1927 werden regelmässig Gottesdienste in der kleinen St. Josefskapelle mit einem Platzangebot für 40 – 50 Personen gefeiert. Zur Weihnachtszeit wird zudem eine schöne Krippe aufgebaut.

Rund 40 Jahre nach der letzten Renovation wird die St. Josefskapelle einer Gesamtrestauration unterzogen. Die Renovationsarbeiten beginnen nach dem Josefstag 2021 und werden vor Weihnachten 2021 fertiggestellt. Architekt für dieses Projekt ist Stefan Danioth, Altdorf.

Literatur: Gasser, Helmi: Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band 1.1, Altdorf; 1. Teil, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern, 2001